AUENLAND

Einen erfrischenden Ausflug ins Grüne bietet diese topografische Struktur. Mit satten Weideanhöhen und schwindelerregenden Gipfeltürmen. Die Farbpalette reicht dabei von Granny-Smith-Grün bis zu Lava-Blutorange. Den Kontrast liefern die steilen tiefschattigen Täler, die mit den komplexen Farbprofilen eine scharf definierte aber trotzdem organische Formensprache erschaffen. Charmant und dennoch bestimmt setzt dieses Gestaltungsmuster Maßstäbe in Ästhetik und Kontrastreichtum. Dabei bleibt sie unaufgeregt und doch ein wenig alarmierend zugleich.
Die Realität
Wer hätte gedacht, dass die gemeine Schwalbenschwanz-Raupe als Ideengeber für elegante Polster- und Kissenbezüge geeignet ist. Und das ganz ohne die seidenspinnerischen Fähigkeiten mancher Artgenossen. Gleichsam brauchen wir nicht um Erlaubnis zu bitten, wenn wir uns ihres evolutionsgereiften Farbgewands bedienen, um die Wohnzimmer und Gemüter der Farbfreudigen zu erfrischen.

WHISKYSCHACH

Freude kann auch ein verspieltes, langhalsiges Mosaik bereiten, das wie selbstverständlich zum ungezwungenen Brettspiel einlädt. Die bernsteinfarbenen Gitterfelder werden ohne erkennbare Regel und trotzdem zielsicher durch mokkabraune Flächen durchbrochen und so, ganz natürlich, zu besonderer Geltung gebracht. Alles zusammen bildet eine Melange, die zum gemütlichen Verweilen verführt. Eine rhythmische Collage aus Whisky- und Zartbitterfarbtönen, die einer Hommage an das selbstverständlich Ästhetische unverschämt nahe kommt.
Die Realität
Ungezwungen elegant entfaltet diese Armbanduhr-Ohrstecker-Kombination ihre Wirkung und vermag es doch die Trägerin gekonnt aufblitzen zu lassen. Vergänglich wie das feine Safranorange des herbstlichen Blätterdachs und gleichsam zeitlos wie ein Himmelsgestirn. Alles designed by nature und zur Freude für jeden. Alles was nötig ist, ist eine achtsame Reise zum Grund der scheinbar unendlichen Ozeane.

INTROVAGANZA

Ohne Aufdringlichkeit blicken die scheinbar ins Leere gerichteten Augen uns entgegen. Die cappuccinofarbenen, mehrfach eingefassten Farbinseln liegen dabei wie gemächliche Gespenster im suggerierten Raum. Durch tiefes Violett getrennt und doch im Geiste der introvertierten Farbwelt verbunden. Im gemeinsamen Sog recken sich Linien und Formen geschmeidig aber bestimmt in eine gemächliche Flucht und demonstrieren eine Vergänglichkeit, die nur dem Lebenden vorbehalten ist. Gefangen in einem kurzen Moment der statischen Bildhaftigkeit. Beruhigend ist die Gewissheit, dass sie uns auf diese Weise erhalten bleiben kann.
Die Realität
Aus den Untiefen der Ozeane schickt die Hypselodoris tryoni ihre tollen Farbgrüße und ziert von Gold umrahmt die sinnlichen Handgelenke der stilbewussten Dame von Welt. Ein Accessoire mit einem dezenten aber eindeutigen Statement über ein mysteriöses Wesen mit betörender Gestalt und Textur. Fast zu schön, um von dieser Welt zu sein.

NACHTSCHATTEN

Wer möchte, taucht ein in eine organisch-lineare Terrassen-Symphonie in harmonischen Sand- und Umbratönen mit elegant-dunkelgrauem Topping, sanft moduliert wie daher gespültes Meeresrauschen aus der Lagune und gekrönt mit kostbaren Glanzlichtern. Ein unscheinbares und zugleich fulminantes Statement gegen grundlos gedachte Winkel und anorganische Strukturen. Somit der Beweis für allerhöchstes Gestaltungstalent im vermeintlich unspektakulären Erdfarbenbereich, spielerisch leicht und ansatzweise verschwenderisch aber ganz ohne Egozentrik.
Die Realität
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Das Design dieses modernen Damenportemonnaies orientiert sich äußerst eng am evolutionären Layout des Brahmaea wallichii. Was sich für diese Art Falter seit tausenden Jahren als erfolgreicher Überlebensparameter erwiesen hat, mutiert zur Dekoroberfläche eines Luxusaccessoires – lizenzfrei und ohne Nennung der Inspirationsquelle.

MASKENBALL

Mit klaren Linien und lässigem Schwung kommt diese Komposition daher und überzeugt mit schrillem Kontrast aus sonniger Gemütsfrische und getarnt-mondäner Selbstinszenierung. Eine Kombination, die man allenfalls einem Götz Alsmann zusprechen würde. Gestylt, um Aufmerksamkeit zu erregen und Blicke zu bannen. Immer mit charmanter Übertreibung und verschmitzter Selbstironie garniert. Eine Perfor¬mance, die den ein oder anderen Kopf vor Scham erröten lässt und durch weißgraue Highlights am Kotelette, die von Stilsicherheit und Reife zeugen, gerechtfertigt wird.
Die Realität
Dieser freshe Unisex-Sneaker tritt mitten ins Zentrum des jugendlichen Modebewusstseins und ist bei der hippen Großstadtmeute total en vogue. Dabei wird wohl kaum jemand die subtile Ironie des Stinkkäfers Pentatomoidea bemerken, der Modell für diese angesagte Fashionmatrix steht. Allein die Copyrightverletzung an dieser natürlichen Schönheit könnte anrüchig sein, die Verweigerung der gebührenden Anerkennung sogar zum Himmel stinken.